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Groß-Projekt Kinder-Krimi

Dienstag, 7. Juli 2009 04:00 - Von Friederike Schröter

Berlin ist ein Magnet für junge Kreative. Ob in Galerien oder Theatern, in Studios oder Konzertsälen, überall findet sich ein hohes künstlerisches Potenzial, das Berlin vorantreibt und neue Impulse gibt. Wir stellen in loser Folge junge Kreative der Stadt vor. Heute: Ceylan Yildirim

"Ich war schon immer eine Fernseheule", sagt Ceylan Yildirim. Gut, welches junge Mädchen träumt nicht davon, beim Film zu arbeiten. Aber die in Berlin geborene und sehr attraktive Türkin hat es nicht als Schauspielerin vor die Kamera gezogen - sie hat einen besonderen Job hinter den Kulissen gefunden: Die erst 32-Jährige arbeitet als Producerin für eine der großen Filmproduktionsfirmen. Wir treffen uns am Rande der Dreharbeiten im alten Bechstein-Haus, wo eigens ein LKA-Büro nachgebaut wurde. Wir ahnen, es geht um einen Krimi.

Ceylan Yildirims erstes Großprojekt hat eine dreijährige Vorbereitungszeit hinter sich. Bereits 2006 begann die Planung einer 13-teiligen Kinderkrimiserie. Den Haupterzählstrang hat sie schnell gefunden: Es geht um die Geiselnahme in einer Schule. Dann suchte sie zwei Autoren und gemeinsam mit einem Redakteur des Fernsehsenders gingen sie das Projekt an. Anschließend wurde die Geschichte der Krimiserie entworfen und schließlich mit zwei anderen Autoren zu einem produktionsreifen Drehbuch ausgearbeitet. Es folgten Kalkulationen, Castings, Drehortsuche, Genehmigungen, Drehpläne usw. Ceylan Yildirim hat als Producerin auch die Aufgabe, Regisseure zu suchen und zu verpflichten.

Natürlich steht Ceylan Yildirim ein Kollege für das Finanzielle zur Seite: der Produktionsleiter. Aber auch sie muss in der laufenden Produktion stets den finanziellen Überblick behalten. Genauso wie über die Einhaltung des Drehplans: "Bei mir laufen alle Fäden zusammen. Ich muss einen ständigen Überblick bewahren über den Ablauf der Dreharbeiten, über die Finanzen und ich bin außerdem Ansprechpartner für den Stab auf der einen und die Auftraggeber auf der anderen Seite", erklärt sie.

Ceylan Yildirim erscheint als eine professionell freundliche Frau, eine, die weiß, was sie will. Ein Hauch von Coolness liegt über unserem Gespräch. Vor allem aber zeigt sie jede Menge Begeisterung für ihre Arbeit, für den Film.

Aufgewachsen in Spandau als Tochter eines freien Journalisten, war sie ein klassisches Schlüsselkind. Das sind jene, die aus der Schule kommen und sich allein das Mittagessen warm machen und dabei Fernsehgucken. So entdeckte sie früh ihre Liebe fürs Fernsehen. Besonders hätten es ihr die amerikanischen Serien angetan, erinnert sie sich. Einige Zeit spielte sie im türkischen Jugendtheater Tiyatrom in Berlin-Kreuzberg. "Das war wirklich eine intensive, lehrreiche Schule für mich", sagt sie. Aber Schauspiel sollte es dann doch nicht werden. Und so landete sie an der FU Berlin - im Studiengang Film- und Fernsehwissenschaft. Auf der Suche nach einem Studentenjob, der sie ihrem Wunschziel näher bringt, wird Ceylan Yildirim Dramaturgie-Assistentin für die bekannte Kinder-Serie "Schloss Einstein". Für deren Produktion hatte die große Bavaria Film GmbH gerade eine neue Tochter in die Welt gesetzt - nach Potsdam Babelsberg.

In ihrem Bewerbungsgespräch kam man auch auf ihre ausländische Herkunft zu sprechen: In der Serie sollte ein neuer Charakter mit Migrationshintergrund eingeführt werden und sie schien besonders geeignet dies zu begleiten. Doch Ceylan Yildirim gefiel diese Intention nicht und sie äußerte auch ihren Unmut darüber. Sie bekam den Job dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - und machte ihn offenbar so gut, dass sie nach fünf Jahren in der Firma einen Producerjob angeboten bekam.

Das Studium an der FU beendete sie daraufhin nicht mehr und sattelte stattdessen an der Filmschule Köln in Sachen Produktion drauf. "Ich musste die Gelegenheit einfach beim Schopfe packen. Meine Eltern waren damals natürlich nicht sehr begeistert, aber es war die beste Entscheidung, die ich getroffen habe."

Ceylan Yildirim spielt gerade mit dem Gedanken an ein Kinoprojekt innerhalb der Firma. Und wenn Clint Eastwood vorbeikäme und nach einer Zusammenarbeit fragen würde? Auf diese Frage kann sie sogar einmal herzhaft lachen.

Die Kinderkrimiserie "Allein gegen die Zeit" (13 Folgen) wird erstmalig Anfang 2010 im KiKa ausgestrahlt.

© Berliner Morgenpost - 07.07.2009 - Friederike Schröter

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