Die Präsidentin des Kammergerichts
- Pressestelle der Berliner Strafgerichte -

Pressemitteilung: Nr. 28/2008 Datum: 17. Juli 2008

Landgericht Berlin: Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes an Wachmann

Eine Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin hat einen heute 23 Jahre alten Angeklagten wegen des Überfalls auf eine Supermarkt-Filiale in Reinickendorf, bei dem ein Mensch zu Tode gekommen und zwei weitere schwer verletzt worden waren, zu einer lebenslangen Gesamtfreiheitsstrafe wegen Mordes und wegen versuchten Mordes sowie Raub –und Körperverletzungsdelikten verurteilt.

Nach den Feststellungen der Kammer hatte der mit einem Klapp-/Springmesser und einer Gaspistole bewaffnete Angeklagte die Verkaufsräume der Filiale des Supermarktes gegen 21.15 Uhr betreten. Die Räumlichkeiten seien ihm bekannt gewesen, weil er in eben dieser Filiale vier Monate lang als Kassierer gearbeitet habe. Hintergrund seines Vorhabens sollen persönliche Schwierigkeiten gewesen seien, die einhergegangen seien mit einer finanziell angespannten Situation. Ein von ihm gestellter Kreditantrag sei just am Tattag abgelehnt worden.

Aus diesem Grunde habe der Angeklagte spontan beschlossen, den ihm gut bekannten Supermarkt zu überfallen und auszurauben. Als der Angeklagte diesen durch den Haupteingang betreten habe, habe er zunächst Abstand von seinem ursprünglichen Plan genommen. Er habe sich einige Zeit im Einverständnis mit dem ihm bekannten Filialleiter alleine im Aufenthaltsraum des Marktes aufgehalten. Als er etwa eine halbe Stunde später in das im Keller gelegene Kassenbüro des Supermarktes gekommen sei, seien der Filialleiter und der Kassierer in Anwesenheit des Wachmannes dabei gewesen, die Einnahmen des Tages zu zählen. Dies sei auslösendes Moment dafür gewesen, seinen ursprünglichen Plan wieder aufzunehmen. Da der Supermarkt nunmehr- gegen 22 Uhr- bereits abgesperrt gewesen sei- habe ihn der Wachmann nach oben begleitet, um ihn aus dem Geschäft zu lassen. Kurz vor Erreichen des oberen Treppenabsatzes habe der Angeklagte das mitgeführte Messer aus dem Hosenbund genommen und den geschädigten Wachmann durch Stiche in Kopf und Oberkörper sowie Schläge mit der Gaspistole gegen den Kopf angegriffen. Unter anderem habe er ihm einen stark blutenden Halsschnitt zugefügt. Dabei habe er die Arglosigkeit seines überraschten Opfers ausgenutzt, das sich keines Angriffs versehen habe. Dem schwer verletzten Wachmann sei es gelungen zum Kassenbüro zurückzugelangen, verfolgt durch den Angeklagten, der die Gaspistole in seiner erhobenen Hand gehalten habe. Im Folgenden soll er Filialleiter und Kassierer gezwungen haben, sich auf den Boden zu legen. Dem Kassierer habe er einen Tritt gegen den Kopf versetzt, einen Schuss auf dessen Ohr abgegeben und sodann dem Filialleiter sowohl in den Kopf geschossen als auch diesen mit dem Messer in den Hals gestochen.

In der folgenden heftigen Auseinandersetzung sei dem Kassierer die Flucht gelungen während die beiden schwer verletzten im Gebäude verbliebenen Opfer erbitterten Widerstand geleistet hätten. Nachdem sich der Kampf vor den Haupteingang verlagert habe, sei der Wachmann dort endgültig zusammengebrochen und verstorben. Der Angeklagte sei ohne Beute geflüchtet und habe vor der Filiale festgenommen werden können.

Der Angeklagte sei für seine Taten verantwortlich, eine Verminderung der Steuerungsfähigkeit verneinte die Kammer im Anschluss an entsprechende Ausführungen eines psychiatrischen Gutachters.

Für den Mord an dem Wachmann verhängte das Gericht die vom Gesetzgeber vorgesehene lebenslange Freiheitsstrafe. Der Angeklagte habe insoweit drei Mordmerkmale verwirklicht: er habe heimtückisch gehandelt, zur Ermöglichung einer anderen Straftat, nämlich eines Raubes, sowie aus Habgier. Er habe zudem später versucht, den Filialleiter zu ermorden, um die Entdeckung der Straftat zu verhindern und diesen als Zeugen zu beseitigen. Für diese zweite „Phase“ des Tatgeschehens sah die Kammer eine Einzelfreiheitsstrafe von acht Jahren für tat- und schuldangemessen an.

Von der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, sah das Schwurgericht ab. Insoweit sei im Rahmen der vorzunehmenden Gesamtwürdigung ausschlaggebend, dass der Angeklagte ein noch junger Erwachsener sei, dessen Persönlichkeit psychische Besonderheiten aufweise und der zudem Reifeverzögerungen unterliege.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof angegriffen werden.

Presseberichterstattung vom 22. Dezember 2007 bis zum 11. Juli 2008


§ 211 StGB
Mord

  1. Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
  2. Mörder ist, wer
    aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
    heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
    um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
    einen Menschen tötet.

§ 57a StGB

Aussetzung des Strafrestes bei lebenslanger Freiheitsstrafe

  1. Das Gericht setzt die Vollstreckung des Restes einer lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung aus, wenn
    1. fünfzehn Jahre der Strafe verbüßt sind,
    2. nicht die besondere Schwere der Schuld des Verurteilten die weitere Vollstreckung gebietet und
    3. ...

Iris Berger
Pressesprecherin
Durchwahl: (030) 9014-2280 - e-Mail: pressestelle.moabit@kg.berlin.de

22 yaşındaki Alman soyguncunun bıçak darbeleri sonucu hayatını kaybeden 20 yaşındaki Uğur Uluçay?'ın ailesi büyük üzüntü yaşıyor. Katil zanlısı tutuklanarak cezaevine gönderildi.
Almanya'nın başkenti Berlin'de Kurban Bayramı'nın ikinci günü bıçaklanarak öldürülen 20 yaşındaki Uğur Uluçay'ın katili Alman çıktı. Önceki gün sorgusu tamamlanan 22 yaşındaki katil zanlısı, tutuklanarak cezaevine gönderildi. Saldırıda ağır yaralanan süper market müdürü ise hayati tehlikeyi atlattı.

KİMLİĞİ SAKLANIYOR

Olay yerinde yakalanan katilin kimliği açıklanmazken, savcı adam öldürme, adam yaralama ve bıçaklı soygun suçlarından dava açtı. Geçtiğimiz cuma akşamı süper marketi soymak isteyen soyguncunun bıçak darbeleri sonucu hayatını kaybeden 20 yaşındaki süper marketin güvenlik görevlisi Uğur Uluçay'ın cenazesi ise adli morga kaldırıldı. Adli morgda otopsi yapıldıktan sonra cenaze aileye teslim edilecek. Kardeşinin cenazesinin Türkiye'de mi yoksa Berlin'de mi toprağa verecekleri konusunda henüz karar vermediklerini söyleyen gözü yaşlı ağabey Ali Uluçay, davayı kendi adlarına takip etmesi için avukat uttuklarını söyledi.

© Hürriyet - Celal ÖZCAN / MÜNIH / 22.12.2007

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